Das Thema „sexueller Missbrauch“ sollte in keinem Falle totgeschwiegen werden. Damit auch unsere Schüler dafür sensibilisiert werden, besuchte im Juli 2018 eine Theatergruppe die 5. Jahrgangsstufe unserer Schule, um in einem interaktiven Stück darüber aufzuklären, dass die Gefahr, auf „böse Menschen“, die Kinder misshandeln und missbrauchen, zu treffen, nicht nur auf der Straße besteht, sondern dass eine solche auch möglicherweise im näheren Umfeld zu finden ist. Ziel dieses Theaterstückes mit dem sinnträchtigen Namen „Hau ab!“ ist es, den Schülern nicht nur konkrete Handlungswege aufzuzeigen, sondern vor allem ihr Selbstbewusstsein zu stärken, um sich konsequent wehren zu können. Vor allem aber sollen die Kinder erkennen, dass sie ein inneres Gefühl haben, auf das sie hören dürfen und sollen, wenn sie in einer für sie unangenehmen Situation sind. „Hau ab!“ dürfen sie immer sagen.

So erlebten zwei Schülerinnen diesen Tag:

Wir besuchten am Dienstag das Theaterstück in unserer Schule. Die beiden Schauspieler zeigten uns spielerisch, wie wir uns vor sexuellem Missbrauch schützen können. Das Stück war zum einen sehr erschreckend, aber die beiden stellten es auch lustig dar. Wir durften sogar selbst dabei mitspielen. Die Schauspieler haben uns beigebracht, dass wir immer auf unser „inneres Gefühl“ hören sollen und wie wir uns, wenn wir uns in Gefahr fühlen oder uns eine Situation unangenehm ist, verhalten sollen.

  1. Abstand halten!
  2. „Hau ab“ schreien!
  3. Nix wie weg!
  4. Hilfe holen!
  5. Zu unserem Lieblingsmenschen gehen und ihm alles erzählen!

Das sind die fünf wichtigen Punkte, die wir immer wieder laut wiederholt haben.

Beim Abstandhalten sollen wir darauf achten, dass wir mindestens zwei Armlängen zwischen uns und der anderen Person lassen. So kann uns keiner packen. Außerdem sollen wir laut und deutlich „Hau ab!“ schreien, damit auch andere auf uns aufmerksam werden. Dieses laute Schreien haben wir mehrmals geübt, so dass es bestimmt in ganz Miltenberg zu hören war. Zudem sollen wir so schnell wie möglich wegrennen. Wenn ihr nicht wisst, wo ihr in einer gefährlichen Situation um Hilfe bitten könnt, dann geht am besten in ein Geschäft. Wir sollen uns auch unbedingt unserem Lieblingsmenschen anvertrauen und ihm erzählen, was passiert ist. Das können unsere Eltern, Tanten, Onkel, Großeltern oder auch unsere Lehrer sein. Ebenso gibt es eine „Nummer gegen Kummer“: 116111 können wir immer wählen.

Wenn uns also etwas passiert, wissen wir nun genau, was wir machen sollen.

Wir fanden die Vorführung sehr nützlich und werden sie sicher nie vergessen.

 

Anna Busch und Johanna Helmstetter, Klasse 5c

Birgit Michelbach