Schule ohne Rassismus – Schule mit CourageSor

Angestoßen durch ein Unterrichtsprojekt zum Thema Flüchtlinge, wuchs im Frühjahr 2015 die Idee, dass sich unsere Schule mehr für Menschen einsetzen sollte, die aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe benachteiligt sind oder gar körperliche und seelische Gewalt erfahren müssen.

IMG_1588So sind wir bei einer Internetrecherche auf die Website Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage gestoßen.
SOR ist ein Projekt des Vereins Aktion Courage e.V. und wurde in Deutschland im Juni 1995 ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist „…die Förderung der Zusammenarbeit und Verständigung zwischen Angehörigen verschiedener Nationen in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa, die Beseitigung von Fluchtursachen, die Überwindung von Intoleranz und Hass und die Lösung sozialer Konflikte durch friedenspolitische Bildungsarbeit. In diesem Sinne soll besonders die Jugend gefördert werden. Zu diesem Zweck veranstaltet der Verein Seminare, öffentliche Vorträge und Diskussionen, führt Studienreisen durch und unterstützt geeignete Initiativen und Aktionen. Er gibt geeignete Publikationen heraus und verbreitet entsprechende Literatur.“ 1

Beim Stöbern auf dieser Website haben wir viele interessante Informationen zum Thema Rassismus gefunden und erfahren, dass viele Schulen sich an der Aktion bereits beteiligen. Für uns war klar – wir wollen mitmachen!

Voraussetzung dafür, den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erhalten, ist zunächst, dass mindestens 70 % aller Menschen an der Schule (Schulleitung, Verwaltung, Schüler, Lehrer, Hausmeister, Reinigungspersonal…) eine Selbstverpflichtung unterschreiben.

Diese beinhaltet folgende Punkte:

  1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.
  3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.2

Die Unterschriftenaktion wurde mit einem beachtlichen Ergebnis abgeschlossen – fast 90 % der Schulfamilie unterschrieben die Selbstverpflichtung! Jetzt konnte es also richtig losgehen!

Wir schrieben an die Bundeskoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und bewarben uns für den Titel. Schon kurz darauf erhielten wir die Anerkennungsbestätigung und konnten uns auf die Suche nach einem Paten für unser Projekt machen. Nach einigen Überlegungen kam uns die zündende Idee – wer eignet sich besser als Weihbischof Ulrich Boom, der am 22. Juli 2006 die Glocken der Miltenberger Jakobuskirche 20 Minuten lang läuten ließ und so eine Kundgebung einer NPD-Jugendorganisation verhinderte. Zu unserer großen Freude erhielten wir von ihm eine Zusage für die Patenschaft.

Unsere erste große Aktion als SOR-Schule war ein Projekttag zum Thema Rassismus am 21.07.2015. An diesem Tag wurden in allen Klassen Aktivitäten durchgeführt. Ob bedruckte Taschen mit Anti-Rassismus-Slogans, selbstgedichtete Raps, Kochaktionen mit Gerichten aus vielen unterschiedlichen Kulturen, Luftballonaktionen, Themen wie „Wir sind multi-kulti – Wo liegen deine Wurzeln?“ oder „Wir sind bunt“, wir setzten uns ganz vielfältig mit dem Thema auseinander.

Als Abschluss des Projekttages wurde uns der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ offiziell und feierlich verliehen. Wir freuten uns sehr, dass Weihbischof Ulrich Boom und auch Landrat Jens Marco Scherf bei diesem Festakt anwesend sein konnten. Neben Ansprachen von Frau Pelikan, Marius Hirsch (Schülersprecher), Weihbischof Boom und Landrat Scherf wurde der Festakt von unserer Schulband und zwei Mädchen der 5. Klasse, die einen Freundschaftsrap vortrugen, untermalt. Zum Schluss wurde uns ein Schild für den Eingang unserer Schule mit dem neuen Titel überreicht.

Wir haben uns mit der Bewerbung um diesen Titel dazu verpflichtet, uns gegen Rassismus einzusetzen und freuen uns schon auf viele „bunte“ Aktionen in den nächsten Schuljahren!